Fall aus der Praxis: Rezidivierender Herpes genitalis (HSV-2)
Eine 37-jährige Patientin stellt sich mit rezidivierendem HSV-2 im Intimbereich vor. Trotz bedarfsorientierter Therapie mit Valaciclovir treten weiterhin 1–2 schmerzhafte Episoden pro Jahr auf.
Ihre Frage: Gibt es unterstützende Massnahmen jenseits der klassischen Pharmakotherapie?
Die Antwort lautet: JA, Ernährung und Lebensstil können eine wichtige Rolle spielen.
Der „Gegenspieler-Effekt“:
Lysin vs. Arginin Ein zentraler ernährungsmedizinischer Ansatz ist das Verhältnis der Aminosäuren Arginin und Lysin:
- Arginin kann die Replikation von Herpesviren begünstigen → Argininreiche Lebensmittel reduzieren, v. a. in der Akutphase (Schokolade, Nüsse, Haferflocken, Weizenkeime)
- Lysin wirkt als funktioneller Gegenspieler und kann diese Prozesse hemmen → Lysinreiche Lebensmittel bevorzugen (Hülsenfrüchte, Tofu). Ziel: etwa 30 mg Lysin/kg Körpergewicht/Tag
Mikronährstoffe & entzündungshemmende Ernährung
Zur Unterstützung der Immunfunktion:
- Vitamin C (~500 mg/Tag)
- Zink (~15 mg/Tag)
- Magnesium (300–500 mg/Tag)
Idealerweise über natürliche Quellen wie Paprika, Sanddorn, Beeren oder Quinoa.
Zusätzlich sinnvoll:
- Gemüsebetonte Ernährung
- Omega-3-Fettsäuren (z. B. Leinöl oder Algenöl)
- Reduktion von Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln
- Stress als Trigger: Lifestyle nicht vergessen Viele Patient:innen berichten über Stress als Auslöser von Rezidiven.
Hilfreich können sein:
- Regelmässige Mahlzeiten in ruhiger Atmosphäre
- Bewegung, Yoga oder andere Formen der Stressregulation
- Gewichtsmanagement (viszerales Fett fördert systemische Entzündungen)
Medizinisches Fazit:
- Die Kombination aus antiviraler Therapie und gezielten Ernährungs- und Lifestyle-Massnahmen kann Patient:innen helfen, Rezidive zu reduzieren und mehr Kontrolle über ihre Erkrankung zu gewinnen.
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