Kreatin in der Menopause?
Die Menopause ist nicht nur ein hormoneller Wendepunkt, sie bringt auch Veränderungen in Muskulatur, Stoffwechsel und Kognition mit sich. Ein Nährstoff rückt dabei zunehmend in den Fokus: Kreatin.
Kreatin ist nicht nur für Sportler interessant. Es spielt auch im Gehirn eine zentrale Rolle für die Energieversorgung von Nervenzellen. Frauen haben tendenziell niedrigere Kreatinspeicher als Männer, und der Östrogenabfall in der Menopause könnte diesen Unterschied weiter verstärken.
Was zeigt die aktuelle Forschung?
Die randomisierte, kontrollierte Studie von Korovljev et al. (2025) (CONCRET-MENOPA Trial, DOI: 10.1080/27697061.2025.2551184) untersuchte 36 peri- und postmenopausale Frauen über 8 Wochen mit verschiedenen niedrigen Dosen von Kreatin.
Ergebnisse in Kürze:
- Mittlere Dosis (1 500 mg/Tag Kreatin HCl) verbesserte signifikant die Reaktionszeit und erhöhte die Kreatinkonzentration im Frontallappen des Gehirns (physiologische Beleg dafür, dass Kreatin seine Wirkung im Gehirn entfaltet. Unterstützt Hypothese, dass Kreatin die Energieversorgung der Gehirnregionen verbessern kann, die in der Menopause durch den Hormonabfall und die damit verbundenen Stoffwechselveränderungen besonders anfällig für Störungen sind).
- Zusätzlich zeigten sich positive Veränderungen im Lipidprofil.
- Eine leichte Verbesserung der Stimmung wurde beobachtet, erreichte aber keine statistische Signifikanz.
- Keine signifikanten Effekte auf typische Menopausensymptome wie Müdigkeit oder Belastungstoleranz.
- Die Supplementation wurde gut vertragen, keine schwerwiegenden Nebenwirkungen.
Was bedeutet das für die Praxis?
Diese Studie liefert erste Hinweise, dass Kreatin nicht nur Muskeln, sondern auch das Gehirn unterstützen könnte, gerade in einer Lebensphase, in der Energie- und Hormonhaushalt im Wandel sind.
Pflanzenbasierte Ernährung: führt zu tendenziell niedrigeren Kreatinspeicher , eine Supplementation könnte hier theoretisch sogar stärkere Effekte zeigen. Das wurde in dieser Studie jedoch nicht untersucht und bleibt daher ein spannender Ansatz für zukünftige Forschung.
Allerdings:
- Die Dosen lagen unterhalb der üblichen sportphysiologischen Mengen.
- Die Studiendauer (8 Wochen) war relativ kurz.
- Der Effekt auf klassische Menopausensymptome war gering.
Fazit:
- Kreatin ist kein reines „Muskel-Supplement“.
- Kreatin könnte ein ergänzender, sicherer und vielversprechender Ansatz zur Unterstützung von kognitiver Funktion und Stoffwechselgesundheit in der Menopause sein.
- Ist aber noch kein Supplement für alle.
- Grössere Studien mit längerer Laufzeit und standardisierter Dosierung sind nötig, bevor klinische Empfehlungen ausgesprochen werden können.
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