Mythos oder Medizin: Ist Weizen wirklich der „böse“ Krankmacher? (Weizen Part 1) 

In der Longevity- und Lifestyle-Szene wird Weizen oft als Ursache für Entzündungen, Gewichtszunahme, Müdigkeit und Gehirnnebel dargestellt.

Doch was sagt die Wissenschaft, jenseits von Trends und Schlagzeilen?

Was ist Weizen überhaupt?

Botanisch betrachtet ist Weizen das Korn eines Süssgrases. Seit rund 10.000 Jahren begleitet er die Menschheit und spielte eine entscheidende Rolle beim Übergang vom Jäger und Sammler zur sesshaften Gesellschaft.

Ein Weizenkorn besteht aus drei wesentlichen Bestandteilen:  

1. Endosperm (Mehlkörper): 80-90%. Liefert vor allem Stärke und Proteine.

2. Keimling (Embryo): 2-3% Enthält wertvolle Fettsäuren, B- und E-Vitamine sowie Mineralstoffe.

3. Kleie (Schale) Reich an Ballaststoffen & Mineralstoffen, die unsere Darmflora nähren und die Verdauung unterstützen.

Wo liegt also das Problem?

Nicht unbedingt im Weizen selbst, sondern häufig in seiner Verarbeitung. Aus hochgradig verarbeitetem Weissmehl werden Schale und Keimling entfernt. Übrig bleibt vor allem Stärke, während viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe verloren gehen. 

Folgen:

  • Glukose-Achterbahn 
  • ⁠Insulin-Peak: blockiert Fettverbrennung & reaktive Hypoglykämie
  • kaum Sättigung
  • ⁠fehlende Nahrung für Darmbakterien, Produktion kurzkettiger Fettsäuren (SCFAs wie Butyrat) ↓

Medizinisches Fazit:

  • Die meisten Menschen vertragen Weizen problemlos. Besser auf Vollkornprodukte zurückgreifen.  
  • Ausnahmen: Zöliakie, Weizenallergie, Nicht-Zöliakie-Weizenunverträglichkeit, Leaky Gut. Mehr dazu in Part 2.

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