Die Blutanalyse eines 4-jährigen vegan lebenden Kindes hat mich letzte Woche erschreckt
Nicht wegen der Ernährung selbst. Sondern wegen dem, was gefehlt hat.
Als die Mutter zu mir kam, wurde bisher nur Vitamin B12 supplementiert.
Keine Laborwerte.
Keine Begleitung, „der Kinderarzt war nicht gut auf vegan zu sprechen…“
Rein äusserlich war das Kind weitgehend unauffällig. Die Entwicklung war gemäss Kinderarzt altersentsprechend, das Gewicht etwas unterhalb der unteren Perzentile, was bei Kindern mit pflanzlicher Ernährung nicht ungewöhnlich ist. Auch sonst nichts Dramatisches: Es war relativ häufig krank, wie viele Kinder in diesem Alter.
Und genau das ist ein wichtiger Punkt:
Nährstoffmängel fallen bei Kindern oft lange nicht direkt auf.
Die Blutanalyse war dennoch ein klarer Weckruf. Die Analyse zeigte deutliche Mängel bei:
- Eisen: wichtig für Sauerstofftransport & kognitive Entwicklung
- Zink: relevant für Immunsystem und Entwicklung
- Iod & Selen: entscheidend für Schilddrüse und Wachstum
- Vitamin D: zentral für Knochen und Immunsystem Auch die berechnete Calciumaufnahme lag klar unter den empfohlenen Referenzwerten.
Warum das kein Kavaliersdelikt ist:
Nährstoffmängel in der Kindheit können langfristige Folgen haben! Für Wachstum, Gesundheit und neuronale Entwicklung. Gerade bei einer rein pflanzlichen Ernährung reicht ein „Ich schaue schon, dass es genug isst“ oft nicht aus. Nicht wegen der Ernährung selbst, sondern wegen fehlendem Wissen über kritische Nährstoffe.
Die gute Nachricht:
Wir haben kein „Vegan-Verbot“ ausgesprochen. Wir haben strukturiert gehandelt.
1️ Gezielte Supplementierung, um die Speicher aufzufüllen
2️ Optimierung der Ernährung im Alltag, um z. B. die Eisenaufnahme zu verbessern
Mein Appell an Eltern und Fachkräfte:
- Ideologie darf niemals über der Gesundheit stehen. 👉🏻 Wenn Eltern sich für eine vegane Ernährung entscheiden, brauchen sie evidenzbasierte Unterstützung und keine Vorwürfe.
- Nur so stellen wir sicher, dass Kinder gesund und vital aufwachsen
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