Ist eine Magnesiumbestimmung sinnvoll?

Viele Patienten möchten das Magnesium bestimmen lassen. Magnesium aber ist ein überwiegend intrazellulärer Mineralstoff, was die Diagnostik manchmal tricky macht. So kann der Wert trotz Symptomen eines Mangels „normal“.

Serum-Magnesium: oft wenig aussagekräftig

  • Weniger als 1 % des Körpermagnesiums liegt im Blutserum.
  • Der Körper hält den Wert lange stabil → normaler Wert ≠ kein Mangel.
  • Gut für Akutmedizin, aber schwach für Mangel-Diagnostik.

RBC-Magnesium (Erythrozyten-Mg): besser, aber nicht perfekt

  • Bessere Annäherung an den intrazellulären Status.
  • Hilfreich bei chronischen Beschwerden.
  • Aber: teuer, weniger standardisiert, kein Goldstandard, nicht überall verfügbar.

Magnesium-Substitution (z. B. Mg-Citrat, Glycinat, Bisglycinat): der pragmatischste Ansatz

  • Bei Beschwerden wie z. B. Muskelkrämpfe, Kopfschmerzen, PMS, Stress, Schlafproblemen ist ein Substitutionsversuch oft sinnvoll.
  • Gute Verträglichkeit bei normaler Nierenfunktion und „normaler Dosierung“.
  • Achtung bei Niereninsuffizienz, hochgradigem AV-Block und Hochdosis-Mg-Therapien (iv oder po) → ärztliche Kontrolle nötig.
  • Bessern sich Symptome, ist ein funktioneller Mangel wahrscheinlich gewesen.

Fazit:

  • Serumwert: Nur begrenzt aussagekräftig.
  • RBC: Besser, aber kein Goldstandard.
  • Oft am sinnvollsten: vernünftig substituieren und Effekt beobachten.

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