Kollagen aus Schlachtabfällen für schöne Haut? (Part 1)
Die meisten Menschen glauben, sie müssten Kollagen essen, um Kollagen aufzubauen. Doch die Physiologie ist komplexer: Unser Körper ist selbst eine hochaktive Kollagen-Fabrik, wenn die richtigen Rohstoffe vorhanden sind.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht: „Wie viel Kollagen nehme ich zu mir?“
Sondern: „Biete ich meinem Stoffwechsel optimale Bausteine für die körpereigene Synthese?“
Besonders in der pflanzenbasierten Ernährung und im Kontext von Longevity ist das ein entscheidender Hebel
Die Probleme:
1. „Glycine Gap“ Kollagen besteht zu etwa einem Drittel aus Glycin. Genau hier entsteht oft eine Versorgungslücke:
- Durchschnittliche Zufuhr: ca. 3–5 g/Tag
- Geschätzter Bedarf für optimale Regeneration: eher 10–12 g/Tag (Haut, Sehnen, Gelenke)
- Das bedeutet es fehlen: 5 - 9 g/Tag
2. Zu wenig Lysin & Prolin Lysin ist eine essenzielle Aminosäure und zentral für die Kollagenbildung. Es wird benötigt, damit Kollagenfasern stabil vernetzt werden können. Zudem sind Lysin und Prolin die Ausgangssubstanzen für Hydroxylysin und Hydroxyprolin, entscheidende Strukturkomponenten eines stabilen Kollagengerüsts.
Was braucht es zusätzlich?
Ohne Co-Faktoren kein stabiles Kollagen-Gerüst: Vitamin C , Eisen, Kupfer & Zink. Mehr dazu in Part 2.
Medizinisches Fazit:
- Viele Menschen liefern ihrem Körper schlichtweg zu wenig Baumaterial. Gerade bei unausgewogener pflanzlicher Ernährung kann die Zufuhr kritisch werden.
- Synthese statt Substitution: Der eigentliche Gamechanger ist nicht Fremdkollagen, sondern die Optimierung der körpereigenen Kollagen-Synthese.
- Auf ausreichende Glycin-, Lysin- und Prolin-Zufuhr achten, ggf. gezielt supplementieren.
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